Kollmitz- Baualterstudie

Links im Bild  - Bauhistoriker MMag. Ronald Woldron am Kletterseil bei der Probenentnahme

Auf dem Foto siehe DETAIL am Turm links der Bauhistoriker MMag. Ronald Woldron am Kletterseil rund 26 Meter über dem Boden; rechts der Obmann des Vereins zur Erhaltung der Ruine Kollmitz Mag. Erich Kerschbaumer und unterhalb des Turmfensters die Reste der ehemaligen eichenen Tragebalken des umlaufenden Wehrgangs
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Zeitungsartikel - "Der Waldviertler"; vom 14. Sept. 2005


Der Kunsthistoriker MMag. Ronald Woldron von der Universität für Bodenkultur Wien (Department für Integrative Biologie) führt im Auftrag des Vereins zur Erhaltung der Ruine Kollmitz eine Untersuchung über das Alter der ehemaligen Burg durch. Dabei wird eine Methode eingesetzt, mit der es möglich ist, die Errichtung eines Bauwerks exakt zu bestimmen: die Dendrochronologie.

Ein Baum wächst und bildet in jedem Jahr einen neuen Jahresring. Man erkennt deutlich die vom Klima abhängigen unterschiedlichen Dicken der Jahresringe, je nachdem ob es feucht oder trocken war; auch die Holzart und der Standort spielen eine wesentliche Rolle. Durch Vergleiche mit sehr vielen bereits zeitlich eingeordneten Proben kann exakt bestimmt werden, in welchem Jahr ein Baum gefällt wurde. Diese Vergleichskurven verschiedener Holzarten aus ganz Österreich sind auf der Wiener Universität für Bodenkultur gesammelt.

So konnte für Kollmitz bereits festgestellt werden, dass die Eiche für die Holzdecke des ganz im Osten der Ruine stehenden quadratischen Wohnturms im Winter 1378/79 gefällt wurde; damit ist diese Bauetappe eindeutig datiert. Für den Wehrgang des großen Turms wurden im Jahr 1318 bereits 200 Jahre alte Eichenstämme verwendet.

In den letzten Augusttagen 2005 wurden noch an verschiedenen Stellen der Ruine Proben von altem Bauholz entnommen, um die einzelnen Bauteile der Burg Kollmitz genauer datieren zu können. Dabei war es auch notwendig, an der Außenwand des rund 26 Meter hohen Bergfrieds entlang zu klettern, weil auch dort Balkenreste des ehemaligen außen liegenden Wehrganges enthalten sind. Die Ergebnisse der Holzuntersuchung sind in den nächsten Wochen zu erwarten. Im Frühjahr 2006 wird mit einer Mauerwerksuntersuchung fortgesetzt.

© Michael Ambrosch

Datum der letzten Bearbeitung / Aktualisierung: 27. Oktober 2007